machos mit käse überbacken

(nachos mit käse überbacken)

Privatgrundstück. Paaren verboten! (Privatgrundstück. Parken verboten!)

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Papierdeutsche

Seit nun mehr als einer Woche bin ich Papierdeutsche und kriege Geschenke wie etwa das Kochbuch „Deutsche Küche“ oder Kaminers „Liebesgrüße aus Deutschland“. Außerdem die Drohung eines Freundes, zur nächsten Party bringt er mir einen Mettigel mit. Ich lasse mir erklären, um was für eine Tiersorte es sich hierbei handelt – eine tote – und bin erfrischend angeekelt. Das ist gut. Dieses Land birgt noch viele Überraschungen für mich. Ob Ekel oder Freude oder mal das eine mal das andere, ist zweitrangig. Hauptsache echte Gefühle. Und echtes Nörgeln! Ich übe: Mettigel,iigelit!

Fremde in einer der Welten

Drei Tage schon bin ich im wahrsten Sinne des Wortes eine Ausländerin und kann kaum genug davon bekommen. Witzig, dass ich laut Papier gerade zu keinem Land der Erde gehöre, gewissermaßen Außer-Irdisch bin. Zum ersten Mal im Leben habe ich keine Nationalität, ein Umstand, für den ich zunächst dachte, er würde mich unsicher machen. Doch da habe ich mich ordentlich getäuscht. Erst seit ich keinen gültigen Pass hab, scheine ich mich an mein Inneres anpassen zu können.

Erst gehörte ich 18 Jahre lang einer Nation, die sich dann aus dem Staub gemacht hat bzw. in meinem Fall in zwei Nationen gespalten hat. Dann hatte ich 18 Jahre lang zwei Nationalitäten und durfte getrost einer Art nationalen Persönlichkeitsspaltung frönen. Nun bin ich in die Spalte „zwischen den Ländern“ ausgerutscht. Da muss ich verharren, bis man mich mit einem deutschen Seil rauszieht und mich wieder fest und sicher ans staatliche Gesamtpacket bindet.

Schon ein halbes Leben, finde ich den Umstand, eine Nationalität besitzen zu müssen, so verlogen uns maskenhaft, dass es kein Wunder ist, dass ich von allen Sprachen am liebsten Japanisch spreche, in dem ich wahlweise zwischen ein paar Worten für „ich“ switchen kann. Watashi, Atashi, Watakushi, Atai, Uchi … Letzeres bedeutet auch „Innen“ oder „Zuhaus“ – so will ich das haben. Ich will im Innen zu Haus sein und dafür brauche ich kein „nationales Prädikat“. Trotzdem werde ich bald wieder eine Nationalität annehmen. Nur so kann ich wieder reisen. Absurd aber wahr: um sich frei bewegen zu dürfen, darf man in dieser Welt nicht zu frei sein. Klar, braucht man, um loszugehen, erst einmal das Bewusstsein von diesem roten Punkt, der einem sagt „you are here“, aber muss denn dieser Punkt unbedingt fest angepinnt sein?! Sollte es in Zeiten von GPS etc. nicht langsam auch sich verwandelnde Pässe und Nationalitäten geben, damit wir entweder alle In- oder Ausländer sind.

Ich groke es nicht, was ernsthaft dagegen spricht.

Marxisten noch verklemmter als Ersatzkatholiken

termin mit dem verstand (termin mit dem vorstand)

mies bewölkt (meist bewölkt)

ab 7 auch für parkaffen (ab 7 auch für parkhafen)

prozess vor vollem hass (prozess vor vollem haus)

sie würgt mich nicht eines blickes (sie würdigt mich nicht eines blickes)

marxisten noch verklemmter als ersatzkatholiken (marxisten noch verklemmter als erzkatholiken)

Kalthändespiel kurz vorm Einschlafen

Er: Ui, deine Hände sind ja ganz warm! Nicht, dass du mir noch krank wirst!?

Sie: Ach was, eben noch hatte ich ganz normal kalte Hände.

Er: Wie normal?

Sie: Alltagskalt.

Er: Keine Kalten wegen 2 Liter Vanilleshake getrunken?

Sie: Nein, auch nicht wegen Eiswürfel-Jonglieren.

Er: Auch nicht zwei Tage auf einer Schneedecke gelegenen Kalthände?

Sie: Unsinn! Keine Kniekehlen-Infarkt-Kalthände, nix dergleichen, bloß normalkalt. Ich bin so, wie du mich kennst.

Er ist eingeschlafen, beruhigt. Sie, heiße Wange in kalter Handschale, denkt über Windbeutel nach und streichelt sein Haar.

 

die verbrecherkekse und der milchkaffee

in einer kreuzberger bäckerei findet mein freund den hinweis, dass man bitte verständis dafür haben möge,

dass, wenn die kekse, die man auf wage kauft, abgewogen werden, die kleine papiertüte mit gewogen wird. mein freund kennt in diesem fall kein verständnis, nicht einmal gnade. er regt sich dermaßen darüber auf, dass er – zum glück erst draußen – beginnt, die betreiber der bäckerei als verbrecher zu beschimpfen. seitdem freue ich mich umso mehr über die leckeren müsli-kekse, die ich dort erwerbe.

wie langweilig ein morgen auch sein kann, er kriegt einen anderen touch, wenn man zum milchkaffee ein paar verbrecherkekse verzehren kann.

gegen langeweile gibt es noch ein geprüftes heilmittel – das fremdschämen. etwa zum thema milchkaffee:

http://de.screen.yahoo.com/monikas-milchkaffee-092423505.html